Wie 3D Secure funktioniert
- Sie geben Ihre Kartendaten im Onlineshop ein.
- Die Bank prüft die Zahlung und fordert eine Freigabe an.
- Sie bestätigen in der Banking-App per Fingerabdruck, Gesichtserkennung, PIN oder mit einem Einmalcode.
- Erst dann wird die Zahlung ausgeführt.
Die „3 Domains“ im Namen stehen für Händler, Kartennetzwerk und kartenausgebende Bank. Visa nennt das Verfahren „Visa Secure“, Mastercard „Identity Check“.
Starke Kundenauthentifizierung
Die EU-Zahlungsdiensterichtlinie verlangt für elektronische Zahlungen eine starke Kundenauthentifizierung, in Deutschland umgesetzt in § 55 ZAG. Dafür müssen zwei von drei Faktoren kombiniert werden:
| Faktor | Beispiel |
|---|---|
| Wissen | PIN, Passwort |
| Besitz | Smartphone mit registrierter App |
| Inhärenz | Fingerabdruck, Gesichtserkennung |
Ausnahmen von der Freigabe
- Kleinbeträge: bis 50 Euro, solange seit der letzten Authentifizierung höchstens 100 Euro oder fünf Zahlungen zusammenkommen.
- Wiederkehrende Zahlungen: etwa Abos mit gleichem Betrag beim gleichen Händler nach der ersten Freigabe.
- Risikoanalyse: Banken dürfen unauffällige Zahlungen unter Voraussetzungen ohne Freigabe durchlassen.
- Vertrauenswürdige Händler: Sie können bei manchen Banken Händler auf eine Positivliste setzen.
Haftung bei Missbrauch
| Situation | Haftung des Karteninhabers |
|---|---|
| Verlust oder Diebstahl, nicht grob fahrlässig | höchstens 50 € |
| Bank hat keine starke Kundenauthentifizierung verlangt | in der Regel keine Haftung |
| Grob fahrlässige Weitergabe von Codes oder Betrug | unbegrenzt |
| Nach Sperranzeige | keine Haftung für spätere Zahlungen |
Grundlage ist § 675v BGB. Ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt, entscheidet der Einzelfall.
Typische Betrugsmaschen
- Falsche Bankmitarbeiter: Anrufer bitten Sie, eine „Stornierung“ in der App freizugeben – tatsächlich bestätigen Sie eine Zahlung.
- Phishing-Mails und SMS: Links zu gefälschten Bankseiten, die Kartendaten und Codes abfragen.
- Kleinanzeigen-Betrug: Käufer schicken Links, über die Sie angeblich Geld „empfangen“.
Lesen Sie in der Freigabe immer Betrag und Händlernamen. Stimmt etwas nicht, lehnen Sie ab und sperren die Karte.
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Häufige Fragen
Warum wird meine Zahlung manchmal ohne 3D Secure ausgeführt?
Banken dürfen in bestimmten Fällen auf die Freigabe verzichten, etwa bei Kleinbeträgen, wiederkehrenden Zahlungen in gleicher Höhe oder wenn ihre Risikoanalyse eine Transaktion als unauffällig einstuft.
Was tun, wenn ich eine Freigabe erhalte, die ich nicht ausgelöst habe?
Lehnen Sie die Zahlung ab, sperren Sie die Karte sofort in der App oder über den Sperr-Notruf 116 116 und informieren Sie Ihre Bank.
Muss ich mich für 3D Secure registrieren?
Bei den meisten Banken ist das Verfahren automatisch mit der Banking-App oder einer Sicherheits-App verbunden. Einige Institute verlangen eine einmalige Registrierung.
Quellen
- § 55 ZAG – Starke Kundenauthentifizierung – Bundesministerium der Justiz
- § 675v BGB – Haftung des Zahlers bei missbräuchlicher Nutzung – Bundesministerium der Justiz
- Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 – technische Regulierungsstandards zur starken Kundenauthentifizierung – EUR-Lex
- Sperr-Notruf 116 116 – Sperr e.V.

