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Staatsverschuldung in Deutschland: Zahlen, Schuldenbremse und Folgen

Wie hoch die Staatsschulden in Deutschland sind, warum es unterschiedliche Zahlen gibt, was die Schuldenbremse seit 2025 erlaubt und was das für Zinsen und Verbraucher bedeutet.

Die aktuellen Zahlen

Kennzahl Wert Quelle
Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts, Ende 2025 2.662,2 Mrd. € (+6,1 % zum Vorjahr) Destatis
Pro-Kopf-Verschuldung, Ende 2025 31.887 € Destatis
Schulden, Ende 1. Quartal 2026 2.726,5 Mrd. € Destatis
Maastricht-Schuldenstand, Ende 2025 2,84 Bio. € Bundesbank
Maastricht-Schuldenquote 63,5 % des BIP (2024: 62,2 %) Bundesbank

Stand: September 2026.

Wer hat wie viele Schulden?

Stand Ende des 1. Quartals 2026, Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich:

Ebene Schulden Veränderung zum Vorquartal
Bund (inkl. Sondervermögen) 1.884,9 Mrd. € +2,4 %
Länder 642,2 Mrd. € +2,8 %
Gemeinden und Gemeindeverbände 199,3 Mrd. € +1,5 %
Sozialversicherung 9,3 Mrd. € −1,8 %

Den Anstieg beim Bund trieben laut Statistischem Bundesamt vor allem das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie das Sondervermögen Bundeswehr.

Schuldenbremse und Reform 2025

Die Schuldenbremse im Grundgesetz begrenzt die strukturelle Neuverschuldung des Bundes auf 0,35 % des BIP. Im März 2025 haben Bundestag und Bundesrat das Grundgesetz geändert:

  • Verteidigung: Ausgaben für Verteidigung, Zivilschutz, Nachrichtendienste, IT-Sicherheit und Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten sind oberhalb von 1 % des BIP von der Schuldenbremse ausgenommen.
  • Sondervermögen: Für zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität wurde ein kreditfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro geschaffen, davon 100 Milliarden für die Länder und 100 Milliarden für den Klima- und Transformationsfonds.
  • Länder: Die Länder dürfen zusammen strukturell Kredite bis 0,35 % des BIP aufnehmen.

Argumente in der Debatte

Befürworter höherer Kreditaufnahme Kritiker
Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung stärken Wachstum und Sicherheit steigende Zinslasten engen künftige Haushalte ein
Deutschland hat im EU-Vergleich eine moderate Schuldenquote Sondervermögen verringern die Transparenz des Haushalts
unterlassene Investitionen verursachen später höhere Kosten Belastung künftiger Generationen

Was bedeutet das für Verbraucher?

  • Zinsen: Mehr Anleihen können die Renditen von Bundesanleihen erhöhen. Diese beeinflussen die Bauzinsen.
  • Sparer: Höhere Renditen können sich auch in besseren Zinsen für Tagesgeld und Festgeld niederschlagen.
  • Steuern und Abgaben: Zinslasten müssen langfristig aus dem Haushalt finanziert werden.

Die Zusammenhänge sind komplex: Leitzinsen, Inflation und internationale Kapitalmärkte wirken ebenso auf die Zinsen, siehe Kreditzinsen aktuell.

Häufige Fragen

Warum gibt es unterschiedliche Zahlen zur Staatsverschuldung?

Das Statistische Bundesamt meldet die Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts beim nicht-öffentlichen Bereich. Die Bundesbank berechnet den Maastricht-Schuldenstand nach europäischen Regeln, der zusätzliche Einheiten und Verbindlichkeiten umfasst. Deshalb ist er höher.

Wem schuldet der Staat das Geld?

Vor allem Banken, Versicherungen, Investmentfonds und ausländischen Anlegern, die Bundesanleihen und andere Wertpapiere halten, sowie Kreditgebern der Länder und Kommunen.

Wirkt sich die Staatsverschuldung auf meine Bauzinsen aus?

Indirekt ja. Bauzinsen orientieren sich an den Renditen langlaufender Bundesanleihen und Pfandbriefe. Steigt der Finanzierungsbedarf des Staates stark, kann das die Renditen und damit auch die Bauzinsen erhöhen – neben vielen anderen Faktoren wie Inflation und Leitzinsen.

Quellen

  1. Pro-Kopf-Verschuldung steigt im Jahr 2025 auf 31 887 Euro – Statistisches Bundesamt
  2. Öffentliche Schulden im 1. Quartal 2026 um 2,4 % höher als im Vorquartal – Statistisches Bundesamt
  3. Deutsche Staatsschulden wachsen 2025 um 144 Milliarden Euro, Schuldenquote steigt auf 63,5 Prozent – Deutsche Bundesbank
  4. Grundgesetzänderung für Verteidigung und Sondervermögen – Bundeszentrale für politische Bildung
  5. Art. 115 GG – Kreditaufnahme – Bundesministerium der Justiz
Wolfgang Peters

Autor:in

Wolfgang Peters

Finanzredakteur · Studium Journalismus, Redakteur

Als studierter Journalist und Redakteur mit über 20 Jahren Erfahrung beschäftige ich mich intensiv mit den Finanzen. Bei kreditfrage.com bereite ich komplexe Fragen rund um das Thema Finanzen so auf, dass sie…

Alois Herrmann

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