Kreditrechner
Beispielrechnung ohne Gewähr. Tatsächliche Konditionen hängen von Bonität, Anbieter und Laufzeit ab.
Ein Businessplan für die Bank ist kein Marketingdokument. Er ist das Arbeitsmaterial, mit dem der Firmenkundenbetreuer Ihre Kapitaldienstfähigkeit rechnet und sein Votum begründet. Wer das versteht, schreibt einen deutlich kürzeren und deutlich überzeugenderen Plan.
Warum die Bank Unterlagen verlangen muss
§ 18 Satz 1 KWG verpflichtet Kreditinstitute, sich die wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen zu lassen – insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse –, sobald ein Kredit insgesamt 1.500.000 Euro oder 10 Prozent des Kernkapitals des Instituts überschreitet. Unterhalb dieser Schwelle ist die Offenlegung nicht gesetzlich erzwungen, aber jede Bank verlangt sie aus eigenen Risikorichtlinien.
Das Gesetz kennt Ausnahmen: Die laufende Offenlegung kann entfallen, wenn der Kredit durch Grundpfandrechte auf selbstgenutztes Wohneigentum gesichert ist, vier Fünftel des Beleihungswerts nicht übersteigt und Zins und Tilgung störungsfrei fließen (§ 18 Satz 3 KWG). Für eine Betriebsfinanzierung greift das praktisch nie.
Aufbau: sieben Kapitel, die die Bank wirklich liest
| Kapitel | Umfang | Was geprüft wird |
|---|---|---|
| Zusammenfassung | 1 Seite | Vorhaben, Betrag, Verwendung, Rückzahlungsquelle – in vier Sätzen |
| Geschäftsmodell | 2 Seiten | Wer zahlt wofür, wie oft, und warum bei Ihnen |
| Markt und Wettbewerb | 1–2 Seiten | Belegte Zahlen statt Adjektive; Quellen mit Datum |
| Vorhaben und Investition | 1 Seite | Kostenaufstellung mit Angeboten, Eigenanteil, Zeitplan |
| Zahlenteil | 3–5 Seiten | Plan-GuV, Liquiditätsplan, Kapitaldienstfähigkeit |
| Sicherheiten | 1 Seite | Art, Wert, Rangstelle, bestehende Belastungen |
| Chancen und Risiken | 1 Seite | Gegenmaßnahmen – kein Risiko zu nennen wirkt unseriös |
Der Zahlenteil entscheidet
Im Zentrum steht die Kapitaldienstfähigkeit: Reicht der operative Überschuss, um Zins und Tilgung zu tragen – den bestehenden und den neuen? Die Bank rechnet das immer nach demselben Schema.
Rechenbeispiel
Ein Betrieb plant eine Investition von 500.000 Euro, finanziert über zehn Jahre zu 4,50 Prozent:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Jahresüberschuss | 95.000,00 Euro |
| + Abschreibungen | 60.000,00 Euro |
| + Zinsaufwand | 25.000,00 Euro |
| = Cashflow vor Zinsen | 180.000,00 Euro |
| − Steuern und Entnahmen | 40.000,00 Euro |
| = verfügbarer Kapitaldienst | 140.000,00 Euro |
| Bestehender Kapitaldienst | 45.000,00 Euro |
| Neue Annuität (500.000 Euro, 4,50 %, 10 Jahre) | 63.189,41 Euro |
| = Kapitaldienst gesamt | 108.189,41 Euro |
Der Kapitaldienstdeckungsgrad beträgt damit 140.000 ÷ 108.189,41 = 1,29. Die meisten Häuser erwarten mindestens 1,1 bis 1,2 – das Vorhaben ist also tragfähig, hat aber keinen großen Puffer. Rechnen Sie den Wert selbst, bevor die Bank es tut; unser Finanzierungsrechner liefert die Annuität.
Drei Szenarien statt einer Punktlandung
Ein einziger Planwert wirkt wie eine Behauptung. Rechnen Sie stattdessen Best Case, Basisfall und Worst Case – letzteren mit einem Umsatzrückgang von 20 bis 30 Prozent. Entscheidend ist die Frage, die jeder Kreditausschuss stellt: Trägt der Kapitaldienst auch dann noch? Wer diese Antwort im Plan schon gibt, nimmt dem Gespräch die unangenehmste Nachfrage. Wie Sie das Gespräch selbst vorbereiten, steht im Beitrag Bankgespräch vorbereiten.
Häufige Fehler
- Umsatzplanung ohne Mengengerüst. „15 Prozent Wachstum“ ist keine Planung. Kunden × Aufträge × Durchschnittsbon ist eine.
- Liquiditätsplan fehlt. Die Plan-GuV zeigt Erträge, nicht Zahlungsfähigkeit. Gerade bei Vorfinanzierung von Material reicht die GuV nicht – siehe Liquiditätsplanung.
- Privatentnahmen nicht eingerechnet. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen ist die private Lebenshaltung Teil der Rechnung.
- Sicherheiten überbewertet. Banken setzen Beleihungswerte an, nicht Verkehrswerte. Bei Maschinen sind Abschläge von 40 bis 60 Prozent üblich.
- Keine eigene Beteiligung. Ohne Eigenmittel oder Mezzanine-Kapital wird es bei Investitionsvorhaben schwierig.
- Fördermittel zu spät bedacht. Viele Förderkredite müssen vor Vorhabensbeginn beantragt werden – über die Hausbank.
Reicht die eigene Sicherheitenbasis nicht, kann eine Bürgschaftsbank die Lücke schließen. Auch dafür ist der Businessplan die Grundlage – er wird dort ein zweites Mal geprüft.
Der Zinsvorteil aus gezogenen Skonti ist ein starkes Argument für eine höhere Linie: Lieferantenkredit.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Businessplan für die Bank sein?
Zehn bis zwölf Seiten plus Anlagen reichen für die meisten Mittelstandsvorhaben. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass Plan-GuV, Liquiditätsplan und Kapitaldienstfähigkeit nachvollziehbar hergeleitet sind.
Ab welchem Betrag muss die Bank Unterlagen verlangen?
Nach § 18 Satz 1 KWG, sobald ein Kredit insgesamt 1.500.000 Euro oder 10 Prozent des Kernkapitals des Instituts überschreitet. Darunter fordern Banken die Unterlagen aufgrund eigener Risikorichtlinien an.
Was ist der Kapitaldienstdeckungsgrad?
Der verfügbare Cashflow geteilt durch den gesamten jährlichen Kapitaldienst aus Zins und Tilgung. Werte ab etwa 1,1 bis 1,2 gelten als tragfähig; darunter wird es in den meisten Kreditausschüssen eng.
Muss ich Risiken im Businessplan nennen?
Ja. Ein Plan ohne Risikokapitel wirkt auf Kreditentscheider unvollständig oder beschönigend. Überzeugender ist es, zwei bis drei konkrete Risiken zu benennen und die jeweilige Gegenmaßnahme daneben zu stellen.
Wie bewertet die Bank meine Sicherheiten?
Nicht mit dem Verkehrswert, sondern mit dem Beleihungswert. Bei Maschinen und Fahrzeugen sind Abschläge von 40 bis 60 Prozent üblich, bei Vorräten noch mehr. Reicht das nicht, kommt eine Bürgschaftsbank in Betracht.
Quellen
- § 18 KWG – Kreditunterlagen (abgerufen am 29.09.2026) – Bundesministerium der Justiz
- § 505b BGB – Grundlage der Kreditwürdigkeitsprüfung (abgerufen am 29.09.2026) – Bundesministerium der Justiz

