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Festgeld-Vergleich: Zinsen, Laufzeiten und Sicherheit

Aktuelle Festgeldzinsen der getesteten Anbieter, warum die Einlagensicherung wichtiger ist als die zweite Nachkommastelle, wie eine Zinstreppe funktioniert und was steuerlich zu beachten ist.

Kreditrechner

Beispielrechnung ohne Gewähr. Tatsächliche Konditionen hängen von Bonität, Anbieter und Laufzeit ab.

Festgeld in Kürze

Beim Festgeld legen Sie einen Betrag für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins an. Der Zins ist über die gesamte Laufzeit garantiert – das ist der Unterschied zum Tagesgeld, dessen Satz die Bank jederzeit ändern kann. Der Preis dafür: Sie kommen vor dem Laufzeitende in der Regel nicht an Ihr Geld.

Festgeld Tagesgeld
Zins über die Laufzeit garantiert jederzeit änderbar
Verfügbarkeit erst zum Laufzeitende täglich
Typischer Zweck Geld, das mehrere Jahre nicht gebraucht wird Notgroschen und kurzfristige Rücklagen
Risiko Zinsänderungsrisiko trägt die Bank Zinsänderungsrisiko tragen Sie

Konditionen im Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt die Angebote der Banken, die wir einzeln getestet haben. Stand: 20. September 2026. Zinssätze ändern sich laufend – prüfen Sie den Satz vor Abschluss auf der Seite der Bank.

Anbieter 12 Monate 24 Monate 36 Monate Anlagesumme Einlagensicherung
Bigbank 3,40 % p.a. 3,50 % p.a. 3,50 % p.a. 1.000 bis 100.000 € Estland
Renault Bank direkt 3,00 % p.a. 3,10 % p.a. 3,15 % p.a. ab 2.500 € Frankreich
Suresse Direkt Bank 2,75 % p.a. 2,80 % p.a. 2,80 % p.a. 1.000 bis 200.000 € Spanien

Alle drei Häuser haben wir einzeln geprüft. Die folgende Übersicht stammt aus diesen Tests und zeigt die Tagesgeld-Konditionen der Anbieter – nützlich, weil bei allen dreien ein Tagesgeldkonto als Referenzkonto für das Festgeld dient. Die Festgeldsätze stehen in der Tabelle darüber.

Die getesteten Anbieter im Profil (Tagesgeld-Konditionen)
AnbieterAktionszinsDauerBasiszins danachMaximalbetragZinsgutschriftEinlagensicherungLinks
Bigbank Tagesgeld im Test 2026: 3,55 % Bonuszins und estnische Sicherung3,55 % p. a.4 Monate ab Eröffnungderzeit 2,25 % p. a. variabelGuthaben bis 250.000 €jährlich zum 31.12.Estland, 100.000 € pro PersonZum Anbieter
Renault Bank direkt Tagesgeld im Test 2026: 4,10 % für vier Monate4,10 % p. a.4 Monate ab Eröffnung2,00 % p. a. variabel250.000 €, keine MindestanlagemonatlichFrankreich (FGDR), 100.000 € pro PersonZum Anbieter
Suresse Direkt Bank Tagesgeld im Test 2026: 3,50 % für sechs Monate3,50 % p. a.bis zu 6 Monate2,05 % p. a.Einlagen bis 250.000 €Festgeld jährlich; Tagesgeld laut Anbieter laufendSpanien, 100.000 € pro PersonZum Anbieter

Redaktionell unabhängiger Vergleich, Stand der Konditionen siehe jeweiliger Anbieter-Test. Angaben ohne Gewähr. So vergleichen wir

Einlagensicherung: das wichtigste Auswahlkriterium

In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt, bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 Euro. Diese Grenze gilt überall gleich – nicht gleich ist jedoch, wer im Ernstfall zahlt.

  • Bei einer deutschen Bank entschädigt die deutsche Entschädigungseinrichtung, viele Institute sichern darüber hinaus über freiwillige Systeme ab.
  • Bei einer ausländischen Bank haftet deren nationaler Fonds – bei Bigbank der estnische, bei Suresse der spanische, bei Renault Bank direkt der französische. Die Abwicklung erfolgt über die deutsche Stelle, die Leistungsfähigkeit hängt aber am jeweiligen Heimatstaat.
  • Prüfen Sie, wer Ihr Vertragspartner ist: eine deutsche Tochtergesellschaft mit eigener Lizenz oder eine Zweigniederlassung der ausländischen Mutter. Nur Letzteres bedeutet ausländische Sicherung.

Grundlagen dazu erklärt unser Lexikoneintrag Einlagensicherung. Die Faustregel lautet: Bleiben Sie je Bank unter 100.000 Euro – inklusive Zinsen, die am Laufzeitende gutgeschrieben werden.

Zinstreppe statt Alles-auf-eine-Laufzeit

Wer die gesamte Summe auf eine Laufzeit legt, wettet auf den Zinsverlauf. Die Zinstreppe – auch Laufzeitenleiter genannt – umgeht das: Sie teilen den Betrag auf mehrere Laufzeiten auf, etwa zu je einem Drittel auf ein, zwei und drei Jahre. Jedes Jahr wird ein Teil frei und kann zum dann aktuellen Satz neu angelegt werden. Das glättet Zinsschwankungen und hält einen Teil des Geldes regelmäßig verfügbar.

Zinsgutschrift: jährlich oder am Ende?

Bei Laufzeiten über einem Jahr bieten viele Banken beides an – und das hat zwei Folgen, die oft übersehen werden.

  • Zinseszins: Nur wenn die Zinsen dem Kapital zugeschlagen werden, arbeiten sie im Folgejahr mit. Wird jährlich auf ein Referenzkonto ausgezahlt, entfällt der Effekt. Durchrechnen lässt sich das mit unserem Zinseszinsrechner.
  • Steuern: Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehegatten bis 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Wird die gesamte Zinssumme erst am Laufzeitende gutgeschrieben, fällt sie in ein einziges Steuerjahr – der Pauschbetrag der Vorjahre verfällt ungenutzt. Bei jährlicher Gutschrift verteilt sich der Ertrag.

Banken lassen sich die jährliche Auszahlung oft mit einem etwas niedrigeren Zins bezahlen. Bei Bigbank etwa liegt der Satz für drei Jahre bei 3,50 Prozent mit Auszahlung am Ende und 3,45 Prozent bei jährlicher Zinszahlung (Stand: 20.09.2026). Ob sich der Aufschlag lohnt, hängt daran, ob Sie den Pauschbetrag sonst ausschöpfen.

Damit die Bank keine Steuer einbehält, erteilen Sie einen Freistellungsauftrag – und zwar bei jeder Bank einzeln, aufgeteilt auf den gesamten Pauschbetrag. Ohne ihn führt die Bank 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab; zurückholen können Sie das nur über die Steuererklärung.

Checkliste vor dem Abschluss

  • Wer ist Vertragspartner – deutsche Bank, deutsche Tochter oder Zweigniederlassung im Ausland?
  • Welcher Einlagensicherungsfonds ist zuständig, und bleiben Sie dort unter 100.000 Euro inklusive Zinsen?
  • Ist der Zins für die volle Laufzeit garantiert oder handelt es sich um einen befristeten Aktionszins?
  • Wie wird verlängert? Viele Verträge verlängern sich automatisch zum dann gültigen Satz, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Notieren Sie sich das Datum.
  • Vorzeitige Auflösung: Ist sie ausgeschlossen, oder nur mit Zinsabschlag möglich?
  • Referenzkonto: Muss ein Konto bei derselben Bank eröffnet werden, und kostet es etwas?
  • Legitimation und Auszahlung laufen immer über ein Konto, das auf Ihren Namen lautet.

Für wen sich Festgeld eignet

Eher geeignet Eher nicht
Geld, das über den gesamten Zeitraum sicher nicht gebraucht wird Notgroschen – der gehört aufs Tagesgeld
konkretes Ziel mit Datum, etwa Eigenkapital für einen Immobilienkauf in drei Jahren Vermögensaufbau über 15 Jahre und mehr
Anlegerinnen und Anleger, die Schwankungen vermeiden wollen wer jederzeit flexibel bleiben muss

Ein Hinweis zur Einordnung: Festgeld schützt den Nennwert, nicht die Kaufkraft. Liegt die Inflationsrate über dem Zins, verlieren Sie real – trotz garantierter Verzinsung. Für Geld, das über viele Jahre nicht gebraucht wird, ist Festgeld deshalb selten die ganze Antwort. Wir sind keine Anlageberater; diese Übersicht ersetzt keine individuelle Beratung.

Vor dem Abschluss lohnt die Aufteilung des Sparer-Pauschbetrags: Freistellungsauftrag.

Gegenüber dem klassischen Sparbuch ist der Unterschied erheblich.

Bei größeren Anlagesummen lohnt die Aufteilung auf mehrere Institute – die Grenzen stehen unter Einlagensicherung.

Rechnen Sie die Rendite immer nach Steuern – die Grundlagen liefert die Abgeltungsteuer.

Häufige Fragen

Wie sicher ist Festgeld?

Einlagen sind in der EU bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt, bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 Euro. Bei einer ausländischen Bank haftet allerdings deren nationaler Fonds – prüfen Sie deshalb, ob Ihr Vertragspartner eine deutsche Gesellschaft oder eine Zweigniederlassung im Ausland ist.

Komme ich vorzeitig an mein Festgeld?

In der Regel nicht. Manche Banken lassen eine vorzeitige Auflösung gegen Zinsabschlag zu, viele schließen sie ganz aus. Legen Sie deshalb nur Geld an, das Sie über die volle Laufzeit sicher nicht brauchen – der Notgroschen gehört aufs Tagesgeld.

Was ist eine Zinstreppe?

Sie teilen Ihren Betrag auf mehrere Laufzeiten auf, etwa zu je einem Drittel auf ein, zwei und drei Jahre. Jedes Jahr wird ein Teil frei und kann neu angelegt werden. Das glättet Zinsschwankungen und hält regelmäßig Geld verfügbar.

Jährliche Zinsgutschrift oder Auszahlung am Ende?

Jährliche Gutschrift verteilt den Ertrag auf mehrere Steuerjahre und nutzt den Sparer-Pauschbetrag besser aus. Wird der Zins dem Kapital zugeschlagen, entsteht zusätzlich ein Zinseszinseffekt. Banken verlangen dafür oft einen leicht niedrigeren Satz.

Muss ich Festgeldzinsen versteuern?

Ja. Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person – 2.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten – bleibt der Ertrag steuerfrei, wenn Sie einen Freistellungsauftrag erteilt haben.

Quellen

  1. Bigbank: Festgeld – Zinsen nach Laufzeit (abgerufen am 20.09.2026) – Bigbank AS
  2. Renault Bank direkt: Festgeld – Konditionen (abgerufen am 20.09.2026) – RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland
  3. Suresse Direkt Bank: Festgeldkonto – Zinsen und Einlagensicherung (abgerufen am 20.09.2026) – Suresse Direkt Bank
  4. § 20 Abs. 9 EStG – Sparer-Pauschbetrag (abgerufen am 20.09.2026) – Bundesministerium der Justiz
Daniel Krüger

Autor:in

Daniel Krüger

Kreditberater · Gelernter Bankkaufmann

Ich verfüge als gelernter Bankkaufmann über 13 Jahre Erfahrung im Bank- und Finanzbereich. Mein Praxiswissen bringe ich bei kreditfrage.com ein, damit Sie die Kostenstrukturen, Konditionen und Finanzprodukte im Allgemeinen besser verstehen und…

Michael Müller

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Michael Müller

Anwalt für Finanzrecht · Rechtsanwalt

Als Anwalt für Finanzrecht beschäftige ich mich seit 20 Jahren mit rechtlichen Fragestellungen rund um Finanzen, Kredite und Banken. Bei kreditfrage.com bringe ich meine juristische Erfahrung ein, um finanzrechtliche Themen verständlich aufzubereiten…

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