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Zinsloses Darlehen: Privat, vom Arbeitgeber oder als 0-%-Finanzierung

Wie ein zinsloses Darlehen unter Angehörigen rechtssicher gelingt, wann Schenkungsteuer droht und worauf Sie bei 0-%-Finanzierungen achten sollten.

Formen des zinslosen Darlehens

Form Typischer Fall Wichtigster Punkt
Privatdarlehen Eltern leihen Kindern Geld für Wohnung oder Auto Schriftlicher Vertrag, Schenkungsteuer
Arbeitgeberdarlehen Vorschuss oder Darlehen vom Arbeitgeber Zinsvorteil kann lohnsteuerpflichtig sein
0-%-Finanzierung Ratenkauf im Handel Kaufpreis und Zusatzprodukte prüfen
Förderdarlehen z. B. zinsfreie Darlehen einzelner Förderprogramme Voraussetzungen und Rückzahlungsbedingungen

Zinsloses Darlehen unter Angehörigen

Rechtlich ist ein unverzinstes Darlehen zulässig, denn § 488 BGB verlangt Zinsen nur, wenn sie vereinbart sind. Damit es später keinen Streit mit Geschwistern, Erben oder dem Finanzamt gibt, sollte der Vertrag enthalten:

  • Darlehensbetrag und Auszahlungsdatum
  • ausdrückliche Zinsfreiheit
  • Rückzahlungsplan mit Raten oder festem Termin
  • Kündigungsregeln und Folgen bei Zahlungsausfall
  • ggf. Sicherheiten und Unterschriften beider Seiten

Allgemeines zu Verträgen lesen Sie unter Darlehensvertrag. Wird das Geld nicht zurückgezahlt, gilt es eventuell als Schenkung.

Schenkungsteuer auf den Zinsvorteil

Der Verzicht auf Zinsen kann eine Schenkung sein. Der Jahreswert des Vorteils wird nach § 15 Abs. 1 BewG grundsätzlich mit 5,5 % angesetzt. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass ein niedrigerer Wert maßgeblich ist, wenn ein marktüblicher Vergleichszins feststeht, etwa aus der Zinsstatistik der Bundesbank (Urteil vom 31. Juli 2024, II R 20/22).

Ob Steuer anfällt, hängt von den persönlichen Freibeträgen nach § 16 ErbStG ab, die für zehn Jahre gelten. Für Kinder und Ehepartner sind sie hoch, für Geschwister, Freunde oder Lebensgefährten deutlich niedriger. Frühere Schenkungen innerhalb von zehn Jahren werden zusammengerechnet.

0-%-Finanzierung im Handel

  • Kaufpreis vergleichen: Ist das Produkt bar oder bei anderen Händlern günstiger?
  • Effektiver Jahreszins: Muss 0 % betragen, siehe effektiver Jahreszins.
  • Zusatzprodukte: Eine Restschuldversicherung oder eine Kreditkarte kann die Finanzierung verteuern.
  • Anschlusskonditionen: Manche Angebote gehen nach der Aktionslaufzeit in einen teuren Rahmenkredit über.
  • Schufa: Auch eine 0-%-Finanzierung ist ein Kredit und wird in der Regel gemeldet, siehe Schufa-Score.

Neue Regeln ab 20. November 2026

Mit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie fallen zinslose Ratenzahlungen und Buy-now-pay-later-Modelle in größerem Umfang unter die Vorschriften für Verbraucherkredite. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das mehr vorvertragliche Informationen und eine Kreditwürdigkeitsprüfung auch bei kleineren zinslosen Finanzierungen.

Alternativen

Kommt kein zinsloses Darlehen in Frage, vergleichen Sie einen Privatkredit oder prüfen Sie weitere Wege, Geld zu leihen.

Häufige Fragen

Muss ich ein zinsloses Darlehen beim Finanzamt melden?

Wenn der Zinsvorteil als Schenkung gilt, besteht grundsätzlich eine Anzeigepflicht nach dem Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz. Ob Steuer anfällt, hängt von der Höhe des Vorteils und den Freibeträgen ab. Lassen Sie sich bei größeren Beträgen steuerlich beraten.

Ist eine 0-%-Finanzierung wirklich kostenlos?

Beim Zins ja, wenn Sollzins und effektiver Jahreszins 0 % betragen. Kosten können aber über einen höheren Kaufpreis, eine Restschuldversicherung oder eine verknüpfte Kreditkarte mit späterer Verzinsung entstehen.

Kann ich ein privates Darlehen jederzeit zurückfordern?

Ist keine Laufzeit vereinbart, kann ein Darlehen mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden; bei zinslosen Darlehen kann der Darlehensnehmer auch ohne Frist zurückzahlen (§ 488 Abs. 3 BGB). Klare Vereinbarungen vermeiden Streit.

Quellen

  1. § 488 BGB – Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag – Bundesministerium der Justiz
  2. § 15 BewG – Jahreswert von Nutzungen und Leistungen – Bundesministerium der Justiz
  3. § 16 ErbStG – Freibeträge – Bundesministerium der Justiz
  4. BFH, Urteil vom 31.07.2024 – II R 20/22 – Bundesfinanzhof
  5. Schenkungsteuer bei niedrig verzinsten Darlehen – EY
  6. Die neue Verbraucherkreditrichtlinie (CCD II) – Osborne Clarke
Wolfgang Peters

Autor:in

Wolfgang Peters

Finanzredakteur · Studium Journalismus, Redakteur

Als studierter Journalist und Redakteur mit über 20 Jahren Erfahrung beschäftige ich mich intensiv mit den Finanzen. Bei kreditfrage.com bereite ich komplexe Fragen rund um das Thema Finanzen so auf, dass sie…

Michael Müller

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Michael Müller

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Als Anwalt für Finanzrecht beschäftige ich mich seit 20 Jahren mit rechtlichen Fragestellungen rund um Finanzen, Kredite und Banken. Bei kreditfrage.com bringe ich meine juristische Erfahrung ein, um finanzrechtliche Themen verständlich aufzubereiten…

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