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Schufa-Auskunft kostenlos: So erhalten Sie Ihre Datenkopie nach Art. 15 DSGVO

Die Schufa muss Ihnen kostenlos mitteilen, welche Daten sie über Sie speichert. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie die Datenkopie beantragen und was darin steht.

Ihr gesetzlicher Anspruch auf kostenlose Auskunft

Die Schufa ist eine Auskunftei und verarbeitet personenbezogene Daten. Nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Unternehmen Betroffenen auf Antrag mitteilen, welche Daten sie über sie speichern, woher diese stammen und an wen sie weitergegeben wurden. Für die Schufa heißt das: Sie bekommen eine vollständige Datenkopie, ohne dafür zu bezahlen.

Schufa-Auskunft kostenlos beantragen: Schritt für Schritt

  1. Rufen Sie das Antragsformular der Datenkopie auf meineschufa.de auf.
  2. Geben Sie Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift an. Nennen Sie auch frühere Adressen der letzten Jahre, damit die Schufa alle Datensätze eindeutig zuordnen kann.
  3. Senden Sie den Antrag ab. Bei Bedarf fordert die Schufa eine Ausweiskopie zur Identifizierung an.
  4. Die Datenkopie kommt per Post an Ihre Adresse.

Wer seine Daten laufend im Blick behalten möchte, kann sich zusätzlich ein kostenloses Online-Konto unter app.schufa.de anlegen. Dafür ist eine Identitätsprüfung nötig, unter Umständen per PIN-Brief.

Achtung bei kostenpflichtigen Angeboten: In Suchergebnissen erscheinen oft Bezahlprodukte wie Bonitätsauskünfte oder Abos. Für die reine Einsicht in Ihre Daten brauchen Sie diese nicht.

Datenkopie oder BonitätsAuskunft: der Unterschied

Datenkopie (Art. 15 DSGVO) BonitätsAuskunft
Kosten kostenlos kostenpflichtig
Zweck eigene Daten prüfen Nachweis gegenüber Dritten, z. B. Vermieter
Inhalt alle gespeicherten Daten, Anfragen, Score verkürzte Übersicht zur Weitergabe
Zustellung per Post je nach Produkt digital oder per Post

Was steht in der Schufa-Datenkopie?

  • Personendaten: Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften
  • Verträge: Girokonten, Kreditkarten, Kredite, Leasing- und teilweise Mobilfunkverträge
  • Anfragen: Kreditanfragen von Unternehmen der letzten zwölf Monate
  • Negativmerkmale: etwa unbestrittene, fällige Forderungen oder Einträge aus Insolvenzverfahren
  • Score: seit 17. März 2026 der neue Schufa-Score von 100 bis 999 Punkten

Mehr zur Berechnung lesen Sie in unserem Ratgeber Schufa-Score verstehen und verbessern.

Fehler gefunden? So gehen Sie vor

  1. Markieren Sie den fehlerhaften Eintrag und sammeln Sie Belege, zum Beispiel Zahlungsnachweise.
  2. Fordern Sie bei der Schufa schriftlich die Berichtigung (Art. 16 DSGVO) oder Löschung (Art. 17 DSGVO).
  3. Wenden Sie sich zusätzlich an das Unternehmen, das den Eintrag gemeldet hat.
  4. Reagiert niemand, können Sie sich bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren oder eine Verbraucherzentrale einschalten.

Wie lange speichert die Schufa Daten?

Eintrag Speicherdauer
Kreditanfragen für Unternehmen sichtbar zwölf Monate
Erledigte Zahlungsstörung (Regelfall) drei Jahre nach Erledigung
Einmalige Zahlungsstörung, binnen 100 Tagen beglichen 18 Monate, wenn keine weiteren Negativeinträge hinzukommen
Restschuldbefreiung nach Privatinsolvenz sechs Monate

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 18. Dezember 2025 (Az. I ZR 97/25) bestätigt, dass die Schufa beglichene Zahlungsstörungen grundsätzlich für diese Fristen speichern darf.

Die kostenlose Datenkopie steht Ihnen nicht nur bei der SCHUFA zu, sondern bei jeder Auskunftei. Welche es in Deutschland gibt und warum es sich lohnt, alle zu prüfen, steht unter Auskunfteien in Deutschland.

Dasselbe Recht gilt gegenüber jeder Stelle, die Daten über Sie verarbeitet: Auskunftsanspruch nach Artikel 15 DSGVO.

Die vollständige Datenkopie gehört nicht in die Hand des Vermieters – warum, erklärt die Mieterselbstauskunft.

Wurde Ihnen ein Vertrag verweigert, ist die Datenkopie der erste Schritt – das weitere Vorgehen unter Vorkasse und Kaution.

Verlangt ein Arbeitgeber eine Auskunft, ist die kostenlose Datenkopie die falsche Wahl – warum, steht unter Bonitätsprüfung durch den Arbeitgeber.

Kostenlos ist auch die Auskunft aus dem Hinweis- und Informationssystem der Versicherer.

Prüfen Sie in der Auskunft auch die Liste der laufenden Verträge: Positivdaten.

Der Prozentwert der Selbstauskunft ist nicht der Wert der Bank: Branchenscore.

Häufige Fragen

Ist die Schufa-Auskunft wirklich kostenlos?

Ja. Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist gesetzlich kostenlos. Nur Zusatzprodukte wie die BonitätsAuskunft kosten Geld.

Wie lange dauert es, bis die Datenkopie ankommt?

Die Datenkopie wird per Post verschickt. Die Laufzeit hängt von Identitätsprüfung und Postweg ab. Wer schneller Einblick braucht, kann das kostenlose Online-Konto nutzen.

Wie oft darf ich eine kostenlose Auskunft anfordern?

Das Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO ist nicht auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt. Bei offenkundig unbegründeten oder exzessiven Anträgen dürfen Unternehmen jedoch ein angemessenes Entgelt verlangen oder die Auskunft verweigern.

Verschlechtert eine Selbstauskunft meinen Score?

Nein. Die eigene Auskunft ist für Unternehmen nicht sichtbar und hat keinen Einfluss auf den Schufa-Score.

Quellen

  1. Art. 15 DSGVO – Auskunftsrecht der betroffenen Person – DSGVO
  2. Neuer Schufa-Score: Die wichtigsten Infos – Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
  3. BGH-Urteil zu Speicherfrist: Schufa darf erledigte Zahlungsstörungen speichern – Stiftung Warentest
  4. Schufa löscht Restschuldbefreiung nach 6 Monaten – SCHUFA Holding AG
Wolfgang Peters

Autor:in

Wolfgang Peters

Finanzredakteur · Studium Journalismus, Redakteur

Als studierter Journalist und Redakteur mit über 20 Jahren Erfahrung beschäftige ich mich intensiv mit den Finanzen. Bei kreditfrage.com bereite ich komplexe Fragen rund um das Thema Finanzen so auf, dass sie…

Michael Müller

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Michael Müller

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Als Anwalt für Finanzrecht beschäftige ich mich seit 20 Jahren mit rechtlichen Fragestellungen rund um Finanzen, Kredite und Banken. Bei kreditfrage.com bringe ich meine juristische Erfahrung ein, um finanzrechtliche Themen verständlich aufzubereiten…

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