Die drei Grundformen
Jedes Darlehen beruht auf demselben Prinzip: Der Darlehensgeber stellt Geld zur Verfügung, der Darlehensnehmer zahlt Zinsen und gibt den Betrag zurück (§ 488 BGB). Unterschiede gibt es vor allem darin, wie zurückgezahlt wird.
| Annuitätendarlehen | Tilgungsdarlehen | Endfälliges Darlehen | |
|---|---|---|---|
| Rate | gleichbleibend | sinkend | nur Zinsen |
| Tilgung | steigt mit der Zeit | gleichbleibend | am Laufzeitende in einer Summe |
| Zinskosten | mittel | am niedrigsten | am höchsten |
| Typischer Einsatz | Ratenkredit, Baufinanzierung | Förderkredite, Gewerbe | Vermietung, Unternehmen |
Rechenbeispiel: 100.000 Euro, 4 % Sollzins, 10 Jahre
Das Beispiel zeigt die Unterschiede bei vollständiger Rückzahlung innerhalb von zehn Jahren mit monatlichen Zahlungen.
| Darlehensart | Monatliche Belastung | Zinsen gesamt |
|---|---|---|
| Annuitätendarlehen | 1.012,45 € konstant | 21.494,17 € |
| Tilgungsdarlehen | von 1.166,67 € auf 836,11 € sinkend | 20.166,67 € |
| Endfälliges Darlehen | 333,33 € plus 100.000 € am Ende | 40.000,00 € |
Eigene Werte rechnen Sie mit dem Tilgungsrechner oder dem Kreditrechner durch.
Annuitätendarlehen
Die Rate (Annuität) bleibt über die Zinsbindung gleich. Weil die Restschuld sinkt, wird der Zinsanteil kleiner und der Tilgungsanteil größer. Das macht die Belastung gut planbar. Mehr dazu im Lexikon unter Annuitätendarlehen.
Tilgungsdarlehen
Hier wird jeden Monat derselbe Betrag getilgt. Am Anfang ist die Rate deshalb am höchsten. Wer zu Beginn finanziell Luft hat, spart Zinsen. Die hohe Anfangsrate ist aber für viele Haushalte eine Hürde.
Endfälliges Darlehen
Während der Laufzeit fallen nur Zinsen an, die Rückzahlung erfolgt am Ende auf einen Schlag, oft aus einem Bausparvertrag, einer Versicherung oder dem Verkaufserlös. Das Risiko: Reicht der Tilgungsersatz nicht, entsteht eine Finanzierungslücke.
Weitere Darlehensformen im Alltag
- Ratenkredit: Annuitätendarlehen für Konsum, siehe Privatkredit.
- Rahmenkredit und Dispo: flexibel abrufbar, variabler Zins, siehe Rahmenkredit und Dispokredit.
- Immobiliardarlehen: meist Annuitätendarlehen mit Grundschuld, siehe Immobilienkredit.
- Forward-Darlehen: Zinssicherung für eine spätere Anschlussfinanzierung, siehe Forward-Darlehen.
- Förderdarlehen: etwa von der KfW, teils mit tilgungsfreien Anlaufjahren, siehe KfW-Förderung.
- Privatdarlehen: zwischen Privatpersonen, siehe zinsloses Darlehen.
Welche Darlehensart passt?
- Planbare Rate gewünscht: Annuitätendarlehen.
- Hohe Anfangsliquidität und Ziel niedrigster Zinskosten: Tilgungsdarlehen.
- Vermietete Immobilie oder gesicherter Tilgungsersatz: endfälliges Darlehen nur nach Beratung.
Unabhängig von der Art gilt: Jede Forderung ist nach § 398 BGB abtretbar – siehe Kreditverkauf.
Eine Sonderform für größere Unternehmen ist das Schuldscheindarlehen – rechtlich ein Darlehen, wirtschaftlich anleiheähnlich.
Häufige Fragen
Welche Darlehensart ist die günstigste?
Bei gleichem Zins und gleicher Laufzeit zahlen Sie beim Tilgungsdarlehen am wenigsten Zinsen, knapp gefolgt vom Annuitätendarlehen. Das endfällige Darlehen ist am teuersten, weil die volle Schuld bis zum Schluss verzinst wird.
Ist ein Ratenkredit ein Annuitätendarlehen?
Ja, in aller Regel. Ratenkredite werden in gleichbleibenden Monatsraten zurückgezahlt, die Zins und Tilgung enthalten.
Wann lohnt sich ein endfälliges Darlehen?
Vor allem bei vermieteten Immobilien oder in Unternehmen, wenn steuerliche Aspekte oder ein sicherer Tilgungsersatz eine Rolle spielen. Für die selbst genutzte Immobilie ist es meist ungeeignet.
Quellen
- § 488 BGB – Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag – Bundesministerium der Justiz
- § 491 BGB – Verbraucherdarlehensvertrag – Bundesministerium der Justiz
- § 506 BGB – Zahlungsaufschub, sonstige Finanzierungshilfe – Bundesministerium der Justiz

